Die Auflösung des Ponyteams wird beschlossen

Liebe Ponyteam-Interessierte,

Leider mussten wir das Ponyteam, welches viele Jahre sehr erfolgreich existierte, nun komplett auflösen. Im Folgenden wollen wir erläutern, wie es dazu kam. Dies ist unsere Sicht der Dinge. Wir, die hier schreiben, waren alle von klein auf bei den Ponys dabei, haben viel Freude mit ihnen gehabt und viel gelernt. Wir haben Erfolge gefeiert und hart gearbeitet. In den letzten Jahren haben wir uns vor allem um die vielseitige Ausbildung der jüngeren Ponymädels und Ponys gekümmert, nebenbei aber auch um alles Organisatorische, wie Ponyreitstunden-Einteilung, Zucht- und Kauf /Verkaufsentscheidungen, Team-Organisation, Reparatur von Zäunen usw. Wir waren ein tolles Team und haben in all der Zeit auch sehr viel ehrenamtliche Arbeit für die RVG Biberach geleistet, denn ohne unsere Arbeit wären die Ponys nicht so gut „in Schuss“, wie man ja zuletzt beim Adventsreiten sehen konnte. Auch die Ponyreitstunden sind extrem beliebt und die Ponys „funktionieren“ durch unsere Arbeit bestens. Uns allen war stets klar, dass das Leben kein Ponyhof ist. Daher trugen wir Entscheidungen wie den Verkauf geliebter, für Schützen, Show oder die Zucht, nicht aber für den Reitbetrieb voll einsatzfähiger Ponys, mit. Es blieben stattdessen gerade auch Ponys, die allein oder vor allem für den Reitbetrieb von Nutzen waren.

Natürlich bekamen wir mit, dass die Vertragsverhandlungen zwischen Schützendirektion (SchüDi) und RVG schlecht liefen. Wir erfuhren, dass die zuständigen Schützendirektoren, eigentlich langjährige, geschätzte RVG Mitglieder und verantwortungsvolle, faire Geschäftsleute, schließlich den Vorsitzenden der SchüDi hinzuzogen. Bei der Mitgliederversammlung 2019 erlebten wir erstmals, dass es keinen Bericht aus der Ponyabteilung gab. Die Ponys wurden dennoch von Mitgliedern thematisiert, ein Ehrenmitglied der SchüDi und der RVG, betonte im Namen der SchüDi mehrfach, dass die SchüDi nicht verlange, dass die RVG draufzahlen müsse. Im Herbst eskalierte dann das Ganze mit dem Aushang in der RVG „Große Probleme mit kleinen Pferden“, in welchem behauptet wurde, dass die SchüDi Rechnungen nicht bezahle, in Verhandlungen unkooperativ sei, und geäußert wurde, dass es wohl keine Einigung mehr geben würde. Ein Schreiben besorgter Vereinsmitglieder daneben, welches für die Erhaltung des Konzepts und Miteinbeziehung der Mitglieder bei diesem wichtigen Thema plädierte, wurde innerhalb weniger Stunden entfernt. Wir waren schockiert über diese Vorgänge.

Wenn wir bei Gesprächen nachfragten, wurden stets die Finanzen als Grund der Probleme angegeben. Dies ist für uns jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Im Oktober 2019 war die SchüDi mit einem Vorschlag auf die RVG zugegangen. Sie akzeptierte demnach erstmals die von der RVG genannte Zahl von 11 Ponys, die sich durch den Reitbetrieb laut RVG Vorsitzenden tragen würden. Sie bot an, für jedes Pony über dieser Zahl Einstellgebühr zu bezahlen, und verzichtete auf eine jährliche Planrechnung. Dieser Vorschlag wurde sofort abgeschmettert. Wenn es tatsächlich ums Finanzielle ging, hätte die RVG, wenn sie eine Lösung gewollt hätte, diesen wohlwollenden Vorschlag nicht annehmen oder zumindest besprechen müssen?

Hinzu kamen Angriffe auf uns als Team- wenn es ums Finanzielle ging, warum bekämpfte man dann uns mit einem anonymen Schreiben, abgegeben beim Vorsitzenden der Schützendirektion und ohne je mit uns über die angeblichen Missstände im Ponyteam zu sprechen? Kurz vor Weihnachten erfuhren wir davon, dass es eine Einigung zwischen den Vorsitzenden von SchüDi und RVG gäbe, laut der sich ab 01.01.2020 Vieles ändern würde, und Pferdewirtin Beate Depfenhart, die langjährig ehrenamtlich als Ponybeauftragte der SchüDi tätig war, aufhören müsse. Wir hatten immer sehr gut und erfolgreich mit ihr im Team zusammengearbeitet und sie war sehr wichtig für die Ponys und das Ponyteam. Daher fragten wir vielfach nach den Gründen. Wir bekamen jedoch nie welche genannt, es wurde von uns erwartet, den Rauswurf ohne Nennung einer Begründung zu akzeptieren.

Kurz vor Weihnachten, am 21.12.19 fand dann ein Infogespräch der RVG für Ponyteam und Ponymädchen-Eltern statt. Ohne Erklärungen zu Beates Rauswurf, Vorkommnissen in der Vergangenheit, mit sich immer wieder ändernden Angaben zu dem uns nie gezeigten Schriftstück zur Einigung, und enormem Zeitdruck, wurde von uns blindes Vertrauen und Mitarbeit gefordert. Von einem Vater vorgeschlagene, demokratische Regelungen für Entscheidungen wurden abgelehnt. Die Betriebsleiterin der RVG, wurde als neue Ponybeauftragte vorgestellt. Zugleich wurde uns klar gemacht, dass sich die Bedingungen deutlich verändern würden. Sämtliche Entscheidungen über die Ponys und das Team würden nicht mehr, wie in den letzten Jahrzehnten, in unserer Hand liegen. Für uns war dies unverständlich. Warum sollte uns, nach teils jahrzehntelanger, ehrenamtlicher, erfolgreicher Arbeit in der RVG, plötzlich sämtliche Kompetenzen entzogen werden? Wir wurden unter Druck gesetzt, trotz dieser für uns sehr vielen Neuigkeiten und großen Veränderungen, sofort eine Entscheidung für oder gegen das Weitermachen zu fällen. Nachdem wir uns gegen die sofortige Entscheidung wehrten, wurde uns der 06.01.2020 als letzte Frist gesetzt. Die Eltern der jüngeren Ponymädels (Alter von 10 bis 15) verstanden bei diesem Umgang die Welt nicht mehr.

Was rechtfertigt den extremen zeitlichen Druck bei all dem? Selbst eine Pferdebox hat eine Kündigungsfrist von einem Monat, im Berufsleben sind deutlich längere Fristen üblich. Abgesehen von einer Neubesetzung von Seiten des Vereins bei Beates Reitstunden standen keine dringenden Veränderungen an, der sonstige Betrieb hätte einfach normal weiterlaufen können, ohne jeglichen Nachteil für die RVG. Die SchüDi machte ohnehin keinen Zeitdruck. Wir vom Ponyteam versuchten mehrfach Tempo herauszunehmen, um die Lage zu entspannen und zur Ruhe kommen zu lassen, jedoch ohne Erfolg. Ein gemeinsames Protokoll dieses Treffens gibt es bisher nicht, da diverse Passagen einfach gestrichen wurden.

Wir überlegten danach viel, hatten wir bei den Adventsreiten-Vorbereitungen doch gut mit der Betriebsleiterin zusammengearbeitet und schätzten sie. Zugleich wollten wir eigentlich auch nicht das, was wir über Jahrzehnte aufgebaut haben, so einfach fallen lassen. Daher trafen wir uns trotz Weihnachtsfeiertagen (!!!) mit dem Team, um uns auf das wichtige Gespräch am 28.12. vorzubereiten. Wir sagten zu, alle geforderten Listen zwischen dem 21.12. und dem 28. 12. zusammen zu tragen und am 28. zum Gespräch zur Neuausrichtung mitzubringen. Leider wurde uns über die Weihnachtsfeiertage keine Zeit zum Nachdenken gelassen, sondern unsere Antwort als Weigerung zur Zusammenarbeit eingestuft und eine harte Ansage nach der Anderen gemacht. Beispiel Ponyführen am 2. Weihnachtsfeiertag- es war plötzlich nicht mehr unsere Aufgabe, solche Anfragen anzunehmen oder die Ponys dafür einzuteilen.
Am 28.12. stellte sich freundlicherweise ein Vater als Moderator und Vermittler zur Verfügung, und versuchte der Versammlung eine konstruktive Struktur zu geben. Leider lief dann auch dieses Gespräch nicht sehr gut, die Ansagen wurden härter, und es wurde klargestellt, dass sich die Strukturen ändern würden. Wir wurden dafür kritisiert, die jüngeren Mädels direkt mitgebracht zu haben. Dabei hatten wir im Vorfeld extra um eine Verschiebung unserer Hallenzeit gebeten, damit sie nicht 2 Stunden im Kalten warten müssen. Trotz freundlicher, erneuter Nachfrage per Mail, war dies ignoriert worden. Im Gespräch hieß es dann ganz klar: wer bleiben wolle, habe sich dem unterzuordnen. Die Stimmung wurde auch nicht besser, als die Kleinen dann gingen.

Nachdenklich gingen wir schließlich nach Hause. Wir fühlten uns entmündigt und übergangen und behandelt, als hätten WIR den Karren vor die Wand gefahren oder etwas verbrochen- dabei liefen Reitbetrieb usw. super, und es ging doch eigentlich um finanzielle Streitigkeiten zwischen SchüDi und RVG. Warum sollten wir jetzt bestraft werden? Eine engere Zusammenarbeit z.B. aller Jugendlichen hätte man auch mit vernünftigen Gesprächen versuchen können zu erreichen. Wir wären offen gewesen für ehrliche Gespräche zu neuen Ideen, hätten auch selbst welche gehabt. Doch leider lief kein Gespräch in einer dafür geeigneten Atmosphäre, so dass es nie zum offenen Austausch von Vorschlägen und Ideen zur Zukunftsgestaltung kommen konnte, was wir extrem schade finden. Alles erfolgte strikt per Ansage.

Laut der Vereinbarung wurde gesagt, es sollten 9 einsatzfähige Ponys verbleiben und bis zu 3 Jungtiere, die Zucht sollte stark reduziert werden. Die SchüDi verkaufte im Dezember die 2019er Fohlen, einen Jährling und den Deckhengst. Es verblieben noch 10 einsatzfähige und 3 Jungponys, insgesamt also 13 Ponys. Auf einen ersten, kurzen Zeitungsartikel über die Verkleinerung der Herde gab es wohl viele Leserbriefe von unterschiedlichen Leuten. Daraufhin entschied sich die Zeitung zu einem weiteren Artikel, in dem alle Beteiligten zu Wort kommen und die unterschiedlichen Sichtweisen abgebildet werden sollten.  Wir waren immer noch verunsichert, was wir tun sollten, und ob die ehrenamtliche Arbeit und Zeit unter den gegebenen Bedingungen noch Spaß machen würden. Dies äußerten wir auch. Nach Erscheinen des Artikels am 04.01.20 wurden wir in der RVG sofort wieder zum Gespräch gebeten. Wir wurden für kleinere Versäumnisse in dieser für uns völlig chaotischen Zeit kritisiert, und dafür, dass wir uns noch nicht einzeln zum Weitermachen geäußert hätten. Dabei war die Frist ja noch nicht einmal abgelaufen. Außerdem wurde erklärt, dass nun jegliche Selbstverwaltung abgeschafft sei.

Da uns das Ponyteam sehr viel bedeutet hat und wir diese schwierige Entscheidung in Ruhe überlegen wollten, sagten wir am 06.01., dass wir zunächst alle weiterarbeiten würden. Doch die Woche lief dann weiterhin nicht gut, u.a. wurde ein Ponymädchen, die seit langem zur Zufriedenheit Aller eine Ponystunde macht, ohne mit ihr darüber zu sprechen, eine zusätzliche „weisungsbefugte Person“ zugeteilt, an deren Anweisungen sie sich zu halten habe. Auf ihre Nachfrage, warum das bei ihr (17) gemacht werde und bei ihrem Kollegen (16 und in „Ponydingen“ unerfahrener) nicht, gab es nur die Antwort, dass sie das nichts angehe.
Wir setzten uns dann am 12.01. noch einmal zusammen. Dabei beschlossen wir schweren Herzens, unser altes Ponyteam aufzulösen. Wir hatten in diesem Team eine perfekte, sehr erfolgreiche und harmonische Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung, hatten Spaß an Ponys, Kindern und Verantwortung. Wir hatten auch durch die Teilnahme der Ponys an Reitabzeichen und Vereinsveranstaltungen, und dadurch, dass viele Ponymädels bei entsprechender Größe auch Schulpferde reiten nicht das Gefühl, dass wir nichts zum Vereinsleben beitragen. Beim Adventsreiten probten und bastelten wir wie die Weltmeister für eine tolle Aufführung. Zu der Arbeit und bei diesem Zeitaufwand gehörte aber definitiv auch die Möglichkeit des Mitgestaltens dazu, also die Selbstverwaltung des Ponybereiches. Dies beinhaltete das Mitspracherecht und eine demokratische Entscheidungsfindung bei allen Team- und Ponyentscheidungen. Als reine Arbeiter, die Alles und jede willkürliche Regeländerung hinnehmen müssen, macht das Alles keinen Spaß, als logische Konsequenz folgte die Teamauflösung. Wir sind unglaublich traurig über das alles, aber es hat sich schon jetzt nicht gut entwickelt, und wir wollen nicht, dass es uns eines Tages genauso ergeht wie Beate.
Wir werden unsere geliebten Ponys sehr vermissen.

Lisa Dolkemeyer, Melina Erben, Magdalena Ganahl, Reinhild Rösler und Florina Zell

„Klopapier-Challenge“

Die Ponyfreunde Biberach e.V. wurden nominiert, teilzunehmen- da gehören die Ponys und wir natürlich dazu! Genaueres unter Klopapier-Challenge PFBC.